....vom Islam überzogen wird?
Nun warum nicht? und wer will es bei dem anhaltenden Bevölkerungswandel verhindern?
Glauben, Gläubigkeit, Religion sind immer von der vorherrschenden Gesellschaft geprägt. Kleinasien, früher unter römischer Verwaltung ist das Urgebiet der apostolischen Christianisierung. Auf dem Staatsgebiet der heutigen Türkei standen schon christliche Kirchen, als hier in Deutschland die Bärenfellträger noch mit brennenden Fackeln um die Donar-Eiche rannten. Aus dem nahen Osten haben sich sowohl Christentum, als auch später der Islam verbreitet. Mit den Handelsströmen in die verschiedenen Richtungen, überall dort hin wo Menschen waren. Glaube, Religion aber auch Gesellschaftsnormen sind nicht an feste geografische Grenzen gebunden. Sie sind dynamisch und wandelbar.
Haben wir Angst vor dem Islam oder sind wir nur erschreckt, wie wenig wir selber unseren Glauben hier im Abendland praktizieren? Wollen wir anderen vorwerfen, dass sie ihren Glauben praktizieren, wir unseren vernachlässigen?
Ich sehe dies völlig gelassen, weil eine Annäherung an die Moderne kann dem Islam nur gut tun. Was wir hierzu jedoch brauchen, sind integrationswillige Moslems die erkennen, dass moderne Gesellschaft mit Konsum und Gewinnstreben und religiöser Glauben sich nicht ausschliessen müssen.
Auch unsere Kirche hat neben der Reformationsbewegung, später auch die Zeit der Aufklärung aushalten müssen.
Die Arbeit für den Körper, das Gebet für die Seele. Ein Mensch, der sich um sein Seelenheil sorgt, wird sich der Religion zuwenden, bei der er sich geborgen fühlt.
Humanismus ist eine der Lehren, die eigentlich aus dem Christentum mit dem Grundsatz der Nächstenliebe entstanden ist. Diesen Humanismus, d.h. die Sorge um den Menschen einschliesslich seiner Bedürfnisse und seinem Seelenheil als Einzelperson und die daraus abzuleitende Humanität sind die Dinge, die im Islam eher nicht publiziert werden, im Koran aber sicherlich zu finden sind. Ich denke, dass Mevlana einer dieser humanitären Denker unter des Islamgelehrten war. Ansonsten hätte ich keine Erklärung für seine Werke, aus denen überwiegend die Liebe zum Mitmenschen, auch des Andersgläubigen spricht.
Deshalb keine Angst vor Minaretten, keine Angst vor dem Islam. Angst vor Irregeleiteten und Eiferern. Verschiedene islamische Staaten sind schon in der Moderne angekommen, anderen eben noch auf einem sehr, sehr weiten Weg dorthin.
Grüße