Krankenkasse möchte mich zu SGK übergeben

Formalitäten, Rechtliches, Versicherungsfragen, Bank- und Geldangelegenheiten und anderer Papierkram....

Krankenkasse möchte mich zu SGK übergeben

Beitragvon memo56 » Di 9. Okt 2018, 21:04

Hallo Zusammen,

Ich habe diesen Sommer in der Türkei eine Wohnung gemietet und möchte jetzt 2/3 der Zeit dort leben (mit 2-3 Aufenthalten in Deutschland).

Von der Krankenversicherung wurde mir gesagt, dass dies bereits mehr als 183 Tage im Jahr ist und damit mein „gewöhnlicher Aufenthaltsort“ die Türkei sein wird. Folglich werde eine Wohnortverlegung in die Türkei stattfinden. D.h. wiederum (da die Türkei nicht in der EU ist) die Krankenkasse für mich einen Betreuungsauftrag an die SGK geben will und ich in der Zukunft nur noch von der SGK behandelt werden kann (TA20 statt TA11).

Ist das wirklich so?
Ändert sich mein Hauptwohnsitz und meine Beziehung zu der KV nur weil ich 2/3 der Zeit in der Türkei bin?

BTW: Ich bin Deutscher Staatsbürger und bin in Deutschland gesetzlich krankenversichert.
Ich habe vor meine Eigentumswohnung in Deutschland zu behalten und bin dort nach wie vor angemeldet.

Vielen Dank im Voraus für Eure Erfahrungen zu diesem Thema.

Beste Grüße,
--memo56
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Re: Krankenkasse möchte mich zu SGK übergeben

Beitragvon Yilmaz » Do 11. Okt 2018, 17:35

Wie sieht es mit der Aufenthaltserlaubnis aus?
Gruß
Yilmaz
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Re: Krankenkasse möchte mich zu SGK übergeben

Beitragvon Haber » Fr 12. Okt 2018, 12:30

Yilmaz hat geschrieben:Wie sieht es mit der Aufenthaltserlaubnis aus?
Gruß
Yilmaz


Wer 2/3 Zeit in der Türkei verbringt braucht ein Ikamet....aber wer dann noch 2-3 mal im Jahr in Deutschland ist, kommt auch mit dem
Auslandskrankenschein T/A 11 (6 Monate) zurecht. Denn, wenn das halbe Jahr rum ist, und du bist zufällig in Deutschland, forderst du
erneut einen T/A 11 an. Die SGK ist jedesmal dabei - umschreiben.

memo56 schreibt:

Ich habe diesen Sommer in der Türkei eine Wohnung gemietet und möchte jetzt 2/3 der Zeit dort leben (mit 2-3 Aufenthalten in Deutschland).


Wenn du aber in einem ernsten Krankenfall in ein deutsches Krankenhaus überführt werden möchtest musst du dich um eine private Zusatzversicherung
kümmern, die auch für den Rücktransport aufkommt.

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Re: Krankenkasse möchte mich zu SGK übergeben

Beitragvon Alfredoyum » Fr 12. Okt 2018, 21:15

Hallo Haber,
auch ich habe diese Inforamiton von meiner TK in der Zweigstelle erhalten - länger als 6 Monate aus Deutschland = Abmeldung aus D.
Da ich es seltsam fand, denn ich kenne genug Rentner in TR aus D die weiter in ihrer deutschen KV versichert sind, habe ich
bei meinem nächsten Urlaub in TR nochmals nachgehakt.Alles bestätigt. Nach meiner meiner Rückkehr direkt in der Hauptverwaltung angerufen, ebenso die Info vom Finanzamt.
Auch wenn man länger als 6 Mo aus D raus ist, aber seinen Lebensmittelpunkt in D hat braucht man sich nicht abzumelden.
Die Info der Hauptverwaltung der KK: ich bekomme eine Bescheinigung meiner Krankenversicherung für 6 Monate (ausreichend für das Ikamet), danach soll ich anrufen
und sie faxen der SGK die weitere Krankenversicherungsbestätigung zu.
Ich hoffe, es klappe so, denn nächstes Jahr bin ich dran..
Rufe am besten in der Hauptverwaltung an...
S.G.
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Re: Krankenkasse möchte mich zu SGK übergeben

Beitragvon memo56 » Do 10. Jan 2019, 23:36

Hallo Zusammen,

es tut mir leid wegen der langen Pause. Ich dachte ich kriege eine Mail, wenn eine Antwort da ist. Ich habe die Antworten jetzt zufällig gesehen.

> Wie sieht es mit der Aufenthaltserlaubnis aus?

Den Ikamet zu kriegen war kein Problem. SGK haben wir die T/A 11 (Auslandskrankenschein) vorgelegt und sie haben uns eine sog. Provisionsbescheinigung für die Ausländerbehörde (GÖC) ausgestellt.

> Wer 2/3 Zeit in der Türkei verbringt braucht ein Ikamet....aber wer dann noch 2-3 > mal im Jahr in Deutschland ist, kommt auch mit dem
> Auslandskrankenschein T/A 11 (6 Monate) zurecht.

Stimmt, das müsste gehen. Allerdings habe ich in anderen Foren gelesen, dass die KK irgendwann T/A 11 nicht mehr bereitstellt, mit der Behauptung der gewöhnliche Aufenthalt sei nicht mehr in DE und TA 11 sei für vorübergehende Reisen.

> Auch wenn man länger als 6 Mo aus D raus ist, aber seinen Lebensmittelpunkt in D hat braucht man sich nicht abzumelden.

Das entspricht meinem Wissen. Wenn ich ein Domizilwille in DE habe und meine Wohnung so wie sie ist behalte (d.h. mit Möbel und Küche, etc.), dann behalte ich meinen Wohnsitz in DE und muss mich nicht abmelden. Wenn jemand keine Wohnung in DE hat, muss man sich abmelden. Doch der "gewöhnliche Aufenthalt" ist nicht mehr in DE, wenn ich weniger als 180 Tage in DE bin.

Die KK hat zuletzt versucht uns Richtung TA 20 zu motivieren, d.h. vollständiger Wohnsitzwechsel und Behandlung nur noch von der SGK.
TA 20 und Wohnortwechsel haben aber mehrere Nachteile. Man gibt damit z.B. die Pflegeversicherung auf. Außerdem sind die SGK-Leistungen sehr beschränkt. Wenn wir uns in DE behandeln lassen wollen, sollen wir jedes Mal bei der KK nachfragen, welche Leistungen wir in Anspruch nehmen dürfen. Wir möchten TA 20 auf jeden Fall vermeiden, da wir unseren Wohnsitz in DE behalten wollen und größere Behandlungen lieber in DE durchführen lassen möchten.

Eine Reiseversicherung wäre die Alternative. Allerdings die sog. internationale Reiseversicherung, gültig weltweit, ist extrem teuer (500,- EUR oder höher). Die Jahresreiseversicherungen (mehrere Reisen pro Jahr, 56 Tage Schutz pro Reise) sind durchaus bezahlbar mit einem Haken. In den Versicherungsbedingungen steht beinahe regelmäßig: "Versicherungsschutz besteht ab Grenzübertritt ins Ausland. Das Land in dem die Person einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat, gilt nicht als Ausland."

Wenn wir 7-8 Monate in TR bleiben, ist es ungewiss wie lange wir noch von der KK die T/A 11 kriegen.

Vielleicht wäre es interessant eine private KV in der Türkei abzuschließen (was nicht billig ist) und die Leistungen der deutschen KK gar nicht in Anspruch zu nehmen. Denn im Ernstfall möchten wir gerne zu einem Krankenhaus in DE. In dem Falle wäre eine Versicherung nur für Rücktransport interessant (hab aber so etwas nirgends gesehen).

Was meint Ihr zu dem Ganzen?

Weiß jemand wie lange die KK TA 11 ausstellt und wann sie anfangen zu blockieren?
Kennt jemand eine Jahresreiseversicherung (mehrere Reisen pro Jahr, 56 Tage Schutz pro Reise), die einen Wohnsitz im Ausland akzeptiert (ständiger Wohnsitz in DE vorhanden)?

Vielen Dank im Voraus für Eure Gedanken/Ideen.

Grüße,
Memo56
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Re: Krankenkasse möchte mich zu SGK übergeben

Beitragvon Schlapser » So 20. Jan 2019, 12:11

Halo,
warum musst du jedem auf die Nase binden,wie lange du in der Türkei bist?
Private Krankenversicherungen gibt es hier schon recht preiswert.
Ein Kollege von mir,DAK Mitglied,ist schon jahrelang in D abgemeldet und mit dem TA20 unbegrenzt bei SGK versichert.
Ich wiederum bin richtiges SGK-Mitglied und bezahle z.Zt. 614TL im Monat.
Auch wegen der Leistungen hier,bin ich nicht ganz sicher,ob man in D viel besser dran ist.
Kann mir nicht vorstellen,dass ich hier 2 Monate auf einen Termin für den Facharzt warten muss.
Mittlerweile gibt es überall neue Krankenhäuser,und gegen Aufgeld kann man auch z.B.ins Baskent.
Da fehlt es an nichts.Und die Zeit der Barfußärzte ist wohl vorbei
Schlapser
P.S. Koloskopie im Baskent wie in D,und Ergebnisse direkt auf Handy.Manchmal sind sie uns technisch überlegen.
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Re: Krankenkasse möchte mich zu SGK übergeben

Beitragvon Haber » So 20. Jan 2019, 13:43

Schlapser hat geschrieben:Halo,

Auch wegen der Leistungen hier,bin ich nicht ganz sicher,ob man in D viel besser dran ist.
Kann mir nicht vorstellen,dass ich hier 2 Monate auf einen Termin für den Facharzt warten muss.
Mittlerweile gibt es überall neue Krankenhäuser,und gegen Aufgeld kann man auch z.B.ins Baskent.
Da fehlt es an nichts.Und die Zeit der Barfußärzte ist wohl vorbei
Schlapser
P.S. Koloskopie im Baskent wie in D,und Ergebnisse direkt auf Handy.Manchmal sind sie uns technisch überlegen.
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Krank sein ist doof....aber wenn man schon krank ist, dann lieber in deutschen Krankenhäusern. Alleine wegen der Sprache, essen und Pflege.

Bei der Erstversorgung und diagnostischen Ausstattung sehe ich auch keinen großen Unterschied mehr.....aber dann, dann braucht man
reichlich Verwandte/Bekannte in der Türkei die sich um den Kranken kümmern.

Wer bei längerem Krankenhausaufenthalt einen kleinen Eindruck bekommen möchte wie es in türkischen (arabischen) Krankenhäusern aussieht,
braucht nicht unbedingt in der Türkei im Krankenhaus zu sein, sondern erlebt es immer häufiger auch in deutschen Krankenhäusern wenn der
Bettnachbar ein Türke (Araber) ist. Man lernt täglich die ganze, große Familie kennen und kann riechen was der Kranke am liebsten isst.

@Schlapser - das Facharzt Problem ist in DE und der Türkei regional sehr unterschiedlich. Ich habe in Hamburg oder Alanya Null-Probleme....anders
sieht es im Osten Deutschlands und im Osten der Türkei aus.
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Re: Krankenkasse möchte mich zu SGK übergeben

Beitragvon memo56 » Mo 21. Jan 2019, 18:30

Hallo Zusammen,

Danke für die Antworten.

> warum musst du jedem auf die Nase binden,wie lange du in der Türkei bist?
> Private Krankenversicherungen gibt es hier schon recht preiswert.
> Ein Kollege von mir,DAK Mitglied,ist schon jahrelang in D abgemeldet und mit dem TA20 unbegrenzt bei SGK versichert.

In der Türkei gibt es tatsächlich private Krankenversicherungen. Allerdings ist die Versicherung für jemanden mit 60 Jahren relativ teuer. Wenn die ambulante Behandlung mit eingeschlossen werden soll sind sie noch teurer. Das Dumme ist sie decken chronische Krankheiten wie Blutdruckhochdruck oder Diabetes gar nicht ab.

Mit TA20 habe ich so meine Probleme. Da wird man vollständig der SGK übergeben. Jedes Mal wenn ich in Deutschland behandelt werden will, soll ich mich bei der KK melden und fragen ob ich behandelt werden darf.

> Ich wiederum bin richtiges SGK-Mitglied und bezahle z.Zt. 614TL im Monat.

Das ist nicht schlecht. Ich nehme an SGK bezahlt für chronische Krankheiten auch, oder?
Eine priv. Zusatzversicherung, die die SGK-Leistungen auf private Krankenhäuser aufstockt, wäre interessant.

> Krank sein ist doof....aber wenn man schon krank ist, dann lieber in deutschen Krankenhäusern. Alleine > wegen der Sprache, essen und Pflege.

> @Schlapser - das Facharzt Problem ist in DE und der Türkei regional sehr unterschiedlich. Ich habe in Ham> burg oder Alanya Null-Probleme....anders
> sieht es im Osten Deutschlands und im Osten der Türkei aus.

Ich bin der Ansicht, dass die Versorgungsqualität in Krankenhäusern hier in Deutschland doch besser ist. Wenn man ein bisschen recherchiert kann man ein Krankenhaus finden, wo z.B. der Herz-Chirurg sehr gute Erfahrung hat und erstklassige Arbeit leistet.

Die Qualität der Krankenhäuser in der Türkei ist wegen der Konkurrenzsituation immer besser geworden. Doch diese hohe Qualität findet man nur in Einzelfällen und in Orten wo sie auch reiche Patienten aus dem Ausland (z.B. Araber) haben, z.B. Amerikan Hastanesi in Istanbul oder Baskent. In Fethiye/Mugla kann ich das nicht erwarten.

Ich konzentriere mich im Moment auf eine Jahresreiseversicherung (mehrere Reisen pro Jahr, 56 Tage Schutz pro Reise, z.B. 30 EUR/Jahr). Es gibt wohl doch welche, denen ein Wohnsitz im Ausland egal ist, solange man sein Hauptwohnsitz in DE behält. Damit bin ich erstmal Privatpatient in TR und kann das Krankenhaus wählen. Die Behandlung von chronischen Krankheiten bzw. planbare größere Behandlungen (z.B. Operation, etc.) werden in DE durchgeführt. Es kann sein, dass ich später längere Phasen in TR sein möchte und ich mich vor TA 20 nicht retten kann. Ich hoffe, dass die deutsche Gesundheitskarte irgendwann in TR genausoviel wert ist wie heute in EU-Ländern.

Beste Grüße,
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